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Am 7. Januar 1948 wurde ich in dem an der kleinen Helme gelegenen Dorf Edersleben, welches in der schönen Goldenen Aue liegt, geboren. Meine Kinderjahre verlebte ich in mehreren Orten – Könnern, Gnölbzig, Gonna (Schweinsberg), Obersdorf und ab 1957 wieder in Edersleben. Im Bewusstsein habe ich noch die schöne Zeit auf dem Schweinsberg in Gonna. Dort gab es einen sehr tiefen Brunnen und andere für einen kleinen Jungen interessante Plätze zu erforschen. Hier in Gonna wurde ich im September 1954 eingeschult. 1955 zogen wir nach Obersdorf. Obersdorf war für mich die schönste Zeit dort lernte ich sehr viele neue Dinge durch die dortige Schule. Hier fand ich meine ersten Freunde in meinem Leben die aber später zu erbitterten Feinden wurden. Um Obersdorf ringsum war Wald der uns natürlich lockte und in dem wir viel Zeit verbrachten. Oberhalb des Dorfes war ein Stück felsiges Gelände welches ich oft aufsuchte weil ich davon fasziniert war. Am östlichen Rand des Dorfes stand ein alter Eisenbahnwaggon der für mich sehr interessant da in seinem innern eine Modellbahnanlage aufgebaut war. Ende Sommer 1956 erkrankte ich sehr schwer an Scharlach und ich musste ziemlich lange von der Schule wegbleiben. Einmal war sogar heftige Aufregung im Dorf es ging das Gerücht um der Yeti sei hier gesehen worden.
Es war Ostern 1957 da verließen wir Obersdorf für immer und zogen wieder nach Edersleben. Für mich war es ein leichter und doch sehr schwerer Abschied.
Leichter Abschied deshalb weil meine ehemaligen Freunde mit anderen Jungens aus dem Dorf mir Prügel verabreichen wollten sie drohten sogar mit noch Schlimmeren. Damals kannte ich den Grund nicht er wurde mir auch nicht genannt. Erst Jahre später erfuhr ich den Anlass für die vorgesehenen Prügel. Irgend jemand hatte behauptet das ich deren „Bude“ zerstört und das darin befindliche Werkzeug mitgehen lassen habe.
Schwerer Abschied deshalb weil ich glaubte hier in Obersdorf meine Heimat gefunden zu haben.
In dem alten und doch neuen Heimatort Edersleben wohnten wir direkt an der kleinen Helme was für mich, einem nun 9 jährigen Jungen, der herrlichste Spielplatz war den man sich denken kann. Mein neuer Abenteuerspielplatz war jetzt also die Helme und das ganze Umland von Edersleben. Auf dem Hutdeckel gab es eine Müllkippe auf der es viel zu entdecken gab.
War es ein Fehler meiner Eltern von Obersdorf wegzuziehen so war es ein noch größerer Fehler nach Edersleben zu ziehen. Sehr bald bekam ich nämlich zu spüren, von Kindern und Erwachsenen, das unsere Familie nicht zu den geachteten gehörte. Das und andere Erlebnisse veränderten mich. Anfänglich wurde sehr viel über mich gespottet und gelacht so etwas kannte ich nicht und hatte es in Obersdorf nicht erlebt. Schon am ersten Tag in der Schule von Edersleben wurde heftig über mich gelacht als der Lehrer lustig lachend mein Zeugnis öffentlich mies machte. Vielleicht wäre es besser gewesen wenn ich in allen Fächern statt der Noten Sehr Gut und Gut mit Mangelhaft und Ungenügend geglänzt hätte? Aber ich glaube mein erster Tag wäre dadurch nicht anders abgelaufen.
(Wie kann ein Bergner zu solchen Zensuren kommen? Nach Meinung der Dorfbewohner waren Bergners immer arme, unordentliche, ungepflegte und unintelligente Leute gewesen und was auch nicht unbedingt zum Vorteil gereichte wir waren Kinderreich)
Zu dieser Zeit war ich noch sehr gut im Lernen und hatte fast in jedem Fach eine Eins. Wurde das Lernen durch die Oberdorfer Schule geweckt und gefördert so wurde es in Edersleben wieder erstickt. Wenn ich meine Schulzeugnisse die ich bis zur 8. Klasse bekam ansehe, sehe ich wie ich ab der Grundschule Edersleben immer schlechter wurde. Wie gesagt dieses und noch andere unzählige negative Erlebnisse in Schule und Dorfgesellschaft machten mich zu einem Einzelgänger. Es soll aber nicht der Eindruck entstehen alle Lehrer und Einwohner waren schlecht. Aus meiner Sicht aber überwiegte das Schlechte und das Gute kam bedeutend zu kurz.
So entstand meine Zurückhaltung und Schüchternheit die mir noch Heute zu schaffen macht. Erst während der siebenten Klasse kam es zur zaghaften Bildung einer Freundschaft die bis 1967 anhielt.
Nach dem Abschluss der 8. Klasse erlernte ich von 1962 bis 65 den Beruf des Schornsteinfegers bei Meister A. Guhlich in Artern. Es war nicht mein Traumberuf aber ich war der älteste von 9 Kindern und musste Geld nach Hause bringen. Zwar hatten meine Eltern versucht mich als Technischer Zeichner, Elektriker oder Rundfunkmonteur in der nahen Kreisstadt Sangerhausen unterzubringen doch erfolglos. Im Sommer 1965 lernte ich meine jetzige Frau kennen. Wir heirateten im September 1969.
Am 4. Mai 1966 wurde ich für 3 Jahre zur NVA eingezogen die ich aber nicht voll ableistete.
Für andere mag es die schrecklichste Zeit ihres Lebens gewesen sein für mich war es die schönste Zeit, trotz allem. Ich erlebte diese Zeit wie ein Abenteuer nach der sich ein Jugendlicher immer sehnt.
Im Oktober 1968 verstarb mein Vater. Diese schreckliche Nachricht erhielt ich erst Ende November. Als ich dann im Dezember 68 wieder nach Hause kam war es ein schwerer Weg für mich, erwarteten mich doch meine Mutter ohne Mann und meine 8 jüngeren Geschwister ohne Vater. Meine jüngste Schwester war zu diesen Zeitpunkt 2 Jahre und 3 Monate jung.
Als erstes besorgte ich mir Arbeit in meinem Beruf im Nachbarort Oberröblingen. Meinen ganzen Lohn bekam meine Mutter damit keine Not bei uns einziehen sollte. Für mich war dies kein großer Verzicht denn schon während meiner Lehrzeit gab ich mein ganzes Geld zu Hause ab. Den bescheidenen „Luxus“ den ich mir persönlich leistete finanzierte ich mit dem Trinkgeld welches ich hin und wieder erhielt.
Meine Mutter lernte 1969 jemanden kennen der bis zu ihrem Lebensende ihr Lebenspartner und der Vaterersatz für meine Geschwister war. Kurze Zeit später zog ich nach Riethnordhausen zu meiner späteren Frau.
Da ich keine Zukunft in meinem Beruf sah kündigte ich und ging nach Sangerhausen in die Volksdruckerei. Dort arbeitete ich als Papierschneider. Hier bekam ich wesentlich mehr Geld und sogar eine Jahresendprämie die ich als Schornsteinfeger nie erhielt. Durch die Tätigkeit als „Neurer“ im Betrieb kam es das ich eine elektronische Papierzählmaschine in Leipzig zur MMM (Messe der Meister von Morgen) ausstellte.
Obwohl mir die Arbeit in der Druckerei gut gefiel fing ich 1975 bei der LPG in Riethnordhausen als Traktorist an. Mit der Arbeit in der Landwirtschaft kam ich nicht zurecht obwohl ich eine Schulung als zweitbester abschloss. Für mich als Nichtlandwirt war es ein sehr gutes Ergebnis da die anderen Teilnehmer der Schulung in der Landwirtschaft praktisch aufgewachsen sind und eigentlich besser Bescheid wissen müssten als ich.
1975 im März wurde mein Sohn Sven geboren.
Ein Jahr später 1976 fing ich in der Ziegelei in Voigstedt als „Aschenhoker“ an.
1987, genau 12 Jahre, 12 Stunden und 12 Minuten später wurde meine Tochter Doreen geboren. Beide Kinder haben am selben Tag Geburtstag.
Anfang Januar 1992 verließ ich, jetzt Verlademeister, das Braas Dachziegelwerk Voigstedt war dann kurze Zeit Arbeitslos bis bei mir im Februar Krebs festgestellt wurde. Nach überstandener Operation bei der der Krebs, die Blase und die Prostata sowie einige Lymphdrüsen ersatzlos entfernt wurden begann für mich und meine Familie eine sehr schwere Zeit. Seitdem bin ich fast jedes Jahr mindestens einmal im Krankenhaus. Mein letzter Krankenhausaufenthalt war im Juni 2004 wegen eines Herzinfarktes. Während ich diese Zeilen schreibe habe ich schon weitere Termine für das Krankenhaus einmal im Oktober 2004 nach Nordhausen und einmal im Dezember 2004 nach Leipzig in die Herzklinik.
Bedingt durch die Krankheit bekam ich 1992 eine EU-Rente die nicht sehr übig ausfiel. Das und der Straßenbau der in Rio durchgeführt wurde führte im Sommer 1998 dazu, das wir unser Haus verkauften um nicht in finanzielle Not zu geraten. Wir wohnten noch einige Zeit in Rio zur Miete danach in Brücken. Da ich aber nicht gewöhnt bin für andere das Haus samt Grundstück in Ordnung zu halten und obendrein monatlich eine ordentliche Miete und am Jahresende noch eine saftige Nachzahlung zu leisten habe, entschloss ich mich wieder ein Haus zu kaufen. 2002 war es dann soweit das ich in Holdenstedt ein Haus gekauft (auf Raten) und damit ein neues zu Hause gefunden habe mit dem ich recht zufrieden bin.
Nachdem ich mich im neuen Haus eingerichtet habe begann ich Anfang 2004 endlich das zu beenden was ich vor mehr als 30 Jahren begonnen habe.
Meine ungefragte Meinung zur Relativitätstheorie der Öffentlichkeit in Form eines Buches zu präsentieren. Während das Manuskript langsam Gestalt annahm suchte ich einen Verlag der daraus ein Buch machen sollte. Von einem Verlag bekam ich sogar einen Vertrag, leider ging der Verlag in Konkurs. Noch während der Arbeiten am Manuskript im Jahr 2004 erlitt ich einen Herzinfarkt der mir fast einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.
Seit November 2005 kann man das Buch bei dem Verlag M&V, bei Amazon aber auch in jeder Buchhandlung bestellen und käuflich erwerben.
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